Holly Golightly

#137
Rebak Marina/Langkawi/Malaysia

Auf ein Neues

  • Reisegeschichten

Nachdem die zwei Monate zu Hause wie im Flug vergangen sind, finden wir uns schneller als gedacht im Flugzeug wieder – auf dem Weg zu Holly Golightly. Die Zeit in Deutschland haben wir genutzt und hin und her überlegt, wie es mit Holly und uns auf dem Weg zurück nach Europa weitergehen soll.

Zur Diskussion standen: 1. Holly Golightly wird zur Hitchhikerin, angelt sich einen tapferen Frachter und lässt sich nach Europa kutschieren. 2. Wir segeln über die Malediven zum Roten Meer und dann via Suezkanal ins Mittelmeer. 3. Es geht um Südafrika herum und dann (irgendwie) Richtung Heimat. Da ist sie mal wieder: Die schwierige "1, 2 oder 3 - Entscheidung"

Option 1 fällt relativ schnell aus. Es ist zwar deutlich günstiger als erwartet, einen Lift nach Hause zu bekommen, aber das Seglerherz von Franz hat doch den tiefen Wunsch, die Runde um die Welt selber zu segeln. Option 2 stellt den kürzeren Weg dar, ist aber aus weltpolitischen Aspekten unter Umständen herausfordernd. Der Golf von Aden und das Rote Meer sind bekanntermaßen berühmt-berüchtigt für unangenehme Zwischenfälle auf See. Option 3 bekommt in der genaueren Betrachtung mehrere "Ja, abers": Das Kap der Guten Hoffnung umkurvt man wettertechnisch am besten im europäischen Winter. Das ist nun aber blöder- bzw. eigentlich schönerweise genau die Zeit, in der wir zum Arbeiten in Deutschland sind. Außerdem führt die Strecke zurück nach Europa aufgrund von Wind und Strom noch zweimal über den Atlantik. Das mag für den segelbegeisterten Skipper attraktiv erscheinen, Mareike locken aber zwei weitere Ozean-Überquerungen nicht vor die Kajüte ...

Also muss der gute alte Kompromiss herhalten: Franz bekommt seine Wunsch-Gesellschaft auf dem letzten Drittel um den Globus und kann nach Hause segeln ... so denn alles klappt ... und Mareike entscheidet sich für die kürzere Strecke durch das Rote Meer.

Das neue Programm steht: Wir fliegen Anfang Januar wieder motiviert zu unserem schwimmenden zu Hause

Holly hat die gut zwei Monate in der Rebak-Marina gut überstanden. Wir freuen uns nochmal sehr darüber, dass wir sie im vergangenen Jahr hierher gebracht und nicht in der Regenzeit in Lombok geparkt haben.

Die ersten paar Tage bleiben wir noch zu dritt an Land und machen Holly schick für's Wasser und die kommende Saison. Wir sind grad zurück und gleich wieder im Vorbereitungs-Modus für die nächste große Passage. Es ist schon toll zu fühlen, wie wir auch damit in den vergangenen vier Jahren immer routinierter geworden sind. Die ganz große Aufregung bleibt aus und wir tüddeln in aller Ruhe vor uns hin bis alles fertig ist und sich das Wetterfenster für den Törn zu den Malediven öffnet.

Mareikes High-Speed-Einkaufswagen

Während Franz unser Boot von der Bilge bis zum Mast-Top inspiziert, flitzt Mareike mit der Fähre hin und her und schafft bergeweise Proviant heran.

Einen Hauch gewöhnungsbedürftig: Offene "Frische-Theke" mit Selbstbedienung
Proviant in jeder Form: Am Stück …
… oder in Einzelteilen …
… oder getrocknet.
Übrigens auch olfaktorisch beeindruckend!

Der Prolog in Sachen Törnvorbereitung wird dann doch noch durch ein unerwartetes Event unterbrochen: Der Skipper hat Geburtstag! Wir feiern ein wenig am Pool mit Freunden und Cocktails – und sogar das Marina-Team hat dran gedacht!!

Sowas gibt's nur in der Rebak-Marina …
… Geburtstags-Schokokuchen-Delivery aus dem Marina-Büro per Gabelstapler direkt ans Boot!
Der Skipper ist begeistert!

Während Mareike sich auf die komplexeren Aspekte der Proviantierung fokussiert, kümmern sich "die Jungs" um die einfacheren Aspekte: Getränke müssen her! Die Aufgabe ist relativ unkompliziert zu lösen, da man online bestellen kann. Das Gewünschte wird dann bis ans Festlandufer gebracht. Von dort holen Jürgen und Franz ihre Lieblingsfracht sogar persönlich ab und geleiten sie sicher bis ans Boot.

Persönlicher Begleitschutz für die wertvolle Fracht
Luxus pur: Wir können direkt am Boot anlegen und verladen

Obwohl wir in Deutschland wieder einiges besorgt und mitgebracht haben muss die ein oder andere Kleinigkeit doch noch im marinaeigenen Hardware-Store besorgt werden. Dort ist man sich der wohltuenden Wirkung auf die Kundschaft sehr bewusst!

Hier kennt man(n) seine Zielgruppe!

Sanitäre Anlagen sind ja so eine Sache. In der Rebak-Marina sind diese ganz ok. Was für uns aber "Ideal-Standard" ist, scheint für manch anderen Besucher jedoch eine ungewohnte Neuheit zu sein.

Andere Länder, andere Wünsche

In der Straße von Malakka sind sie für uns in den letzten Wochen ja schon zur nicht lieb gewonnenen Gewohnheit geworden: Die Boote der Squid-Fischer, die hell erleuchtet, nichts Böses ahnende Tintenfische in ihr Verderben locken. Hier in Langkawi sehen wir sie zum ersten Mal ganz aus der Nähe. So bunt angemalt, sehen sie tagsüber ganz sympathisch aus!

Damit machen sie die Nacht zum Tag: Die Squid-Fischer und ihr bunter "Lampenladen"
Und hier die selben Bötchen wie wir sie "lieben": Abends vor dem Beach der Rebak-Marina
Vor der Insel wird aber auch am Tage fleißig geangelt – nur eben mit weniger Aufwand.

Bevor wir jetzt bestens ausgerüstet wieder in See stechen können, müssen wir wie immer offiziell auschecken. Dafür geht's nochmal auf dem Landweg nach Kuah, der Distrikt-Hauptstadt von Langkawi. Dort besuchen wir die, die Behörden, welche uns all die wichtigen Stempel in den Reisepass drücken und die entsprechenden Papiere überreichen. Wie immer dauert es eine Weile. Auf dem Rückweg besuchen wir noch das Wahrzeichen von Kuah – einen 12 Meter hohen steingewordenen Adler am Ufer der Stadt. Der Adler ist das Symbol von Langkawi; der Name „Langkawi“ ist vom malaiischen Wort für Adler abgeleitet.

In echt am blauen Himmel und …
… in Stein gemeißelt am Boden: Der Adler, das Wappentier von Langkawi
Ein letzter Sonnenuntergang bevor es weitergeht Richtung Malediven
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