Holly Golightly

#53
Carriacou

Carriacou – Gottes Beistand, abstürzende Pelikane und eine Planken-Gallerie

  • Reisegeschichten
ein Bild von Holly Golightly
Mal wieder ein neuer Inselstaat – Grenada
ein Bild von Holly Golightly
Erster Sundowner in der Tyrrel Bay
ein Bild von Holly Golightly
Carriacou/Grenada – Hauptsache bunt!

Irgendwie sind sie ja alle entzückend, diese kleinen Karibikinseln. Jede hat ihren eigenen Charme und echte Persönlichkeiten zu bieten. Auf Carriacou – der nördlichsten zu Grenada gehörenden Inseln – trafen wir gleich mehrere solcher Typen, die aus einem Film entsprungen sein könnten. Wer wohl das Drehbuch für solch eine Insel geschrieben hat? Zumindest hatte er oder sie das Talent, die Welt bunt zu machen. Herausgekommen ist das perfekte Drehbuch für einen karibischen Farbfilm der Kategorie „Extrabunt“.

Gleich am Strand der großen „Tyrrel Bay“ trifft man auf ein einzigartiges gastronomisches Center, die "Lambi Queen-Pizzaria" die aus Restaurant, Bar, Kneipe, Disco, Eisdiele und vor allem Schatten besteht. Hier trifft sich die Welt. Neben ein bis zwei Seglern belagern noch gerne ein paar „Lokals“ die angenehm luftige Bar und am frühen Nachmittag stoßen gerne einige Schulkinder auf dem Heimweg dazu. Entspannt sitzen alle herum, lachen, diskutieren und wundern sich überhaupt nicht, dass ab und an einige Schafe mit lautem Gezeter durchs Lokal rennen. Die Pizza schmeckt übrigens hervorragend, die Bedienung ist unschlagbar nett und die Preise sind auch völlig ok. Dafür bekommt der Laden von uns fünf von fünf möglichen „Ichbrauchschattenundmöchtewaskühlestrinkenundleckeressenundwifidazu-Sternen“.

ein Bild von Holly Golightly
Juicy Lucy - Lamby Queen - Die Eisabteilung!
ein Bild von Holly Golightly
Die Pizzaecke
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
Beste Aussicht!

Direkt gegenüber befindet sich der örtliche Unverpackt-Laden. Hier erklärt Rufus Mareike die Welt und sein Warenangebot. Direkt neben diesem befinden sich einige Hochbeete mit Meerblick, in denen ein Teil des Angebotes frisch angebaut wird. Unter anderem auch ein Riesenkürbis, der erst noch riesig werden muss, aber schon mal stolz präsentiert wird.

Ja, das klappt auch hier – man muss nur feste dran glauben, dann bleibt dem Kürbis einfach nichts anderes übrig, als der Größte zu werden!

ein Bild von Holly Golightly
Rufus shade vegatables!
ein Bild von Holly Golightly
Mareike goes shopping
ein Bild von Holly Golightly
Obst und Gemüse mit Meerblick
ein Bild von Holly Golightly
Der zukünftige Riesenkürbis

Mit dem reinen Glauben machen wir ebenfalls auf der Insel Bekanntschaft. Als Mareike und der Skipper den Glauben daran verloren haben, dass sie das nahe gelegene Städtchen Hillsborough per Pedes in der Mittagshitze noch heile erreichen werden, hält ein paar Meter vor uns ein Wagen und eine Frau verlässt das Mobil. Wir fragen sie, wie weit wir wohl noch laufen müssen und hinterlassen anscheinend einen dermaßen leidenden Eindruck, dass sich der Fahrer genötigt sieht, eine gute Tat zu vollbringen. Kurz darauf werden wir exklusiv in die Inselhauptstadt „Hillsborough“ gebracht und erfahren, dass unser Chauffeur von Gott gesandt wurde – er ist nämlich Pfarrer und hat eben erst einen Gottesdienst abgehalten! Danke für den Fahrdienst Thomas!

ein Bild von Holly Golightly
Hillsborough – der Pier für die Fähren
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
Hillsborough-Seeside
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
Von Haute Couture bis zur nachhaltigen...
ein Bild von Holly Golightly
... Reparatur-Dienstleistung: Alles im Angebot!

Solchermaßen frisch beseelt streifen wir durch Hillsborough und begutachten das örtliche Dienstleistung- und Warenangebot. Was wir mal wieder dringend benötigen, ist Datenvolumen! Also entern wir den hiesigen Digicel-Laden und kaufen – mal wieder eine neue Sim-Karte. Mit der größten Ruhe und den längsten und elegantesten Fingernägeln der Insel richtet uns der Verkäufer alles ein und probierst es auch gleich aus. Das ist hier übrigens überall so. Es wird so lange geduldig getestet und für den Kunden konfiguriert, bis auch alles wirklich reibungslos funktioniert. Man muss rein gar nichts online selbst regeln, was dann vermutlich nicht hinhauen würde – zumindest ist man das ja von der Telekom zu Hause so gewohnt. Im Digicel-Shop lernen wir nebenbei auch noch Bob kennen, einen Solosegler, der mit seiner 10 Meter-Ketch „Tumbler“ auch in unserer Bucht ankert. Ein spaßiger Amerikaner, der uns gleich viel aus seinem Leben erzählt. Als wir ihn zwei Tage später wieder treffen, kann er sich schon nicht mehr an uns erinnern. Vielleicht hatte er ja auch mal eine Besatzung, die er irgendwo vergessen hat :-)

ein Bild von Holly Golightly
Dom at the beach
ein Bild von Holly Golightly
Mareike at the beach

Direkt vor Carriacou liegt die sehr kleine Insel Sandy-Island, weißer Sand und Palmen wie hier so üblich! Vor diesem kleinen Juwel ankern wir zwei Nächte. Immer morgens kommen von einer Nachbarinsel Pelikane angeflogen. Man erkennt sie schon von Weitem. Im Flug erinnern sie ein wenig an ein dickes Lastenflugzeug. Sind sie dann über ihren Fanggründen angekommen, rudern sie in der Luft und senken ihren langen Schnabel ab wie einst die Concorde vor der Landung. Haben sie dann einen Fisch entdeckt, stürzen sie sich ins Meer wie eine nordkoreanische Rakete nach einem mal wieder gescheiterten Raketentest – ein tolles Schauspiel!!

ein Bild von Holly Golightly
Sandy Island – Frühstückstisch der Pelikane

Vis á vis zu Sandy-Island findet man die Paradiese-Beach. Der Name hält, was er verspricht. Die gleichnamige Bar ist für Fahrtensegler eine prominente Adresse. Will man sie besuchen, wird man sogar kostenlos von einem teuflisch schnellen Wassertaxi abgeholt und spät in der Nacht wieder zurück aufs Schiff gebracht. Vor allem der Rückflug durch die Nacht, natürlich nahezu ohne Licht, animiert den Adrenalinpegel zu ungeahnten Höhenflügen. Diesen Service nehmen wir zusammen mit Petra und Jan, der sehr netten Sutje-Crew, in Anspruch. Ein Tisch ist schon aufs Feinste für uns gedeckt und so verbringen wir dort einen wunderschönen Abend zu viert. Dass zwischendurch im kompletten Restaurant der Strom ausfällt, scheint normal zu sein – ganz ohne Hektik werden Kerzen verteilt und es geht alles seinen Gang.

Danke, liebe Sutje-Crew für eure tolle Gesellschaft!

ein Bild von Holly Golightly
Hallo Taxi!
ein Bild von Holly Golightly
Schnell, schneller, Wassertaxi
ein Bild von Holly Golightly
Tischlein deck dich!
ein Bild von Holly Golightly
Das Leben ist schön

Immer mittwochs wird hier auch ein netter Kult gepflegt. An einem langen Tisch kann man zusammen mit anderen Segler:innen auf ein altes Stück Holz den eigenen Bootsnamen pinseln. Später werden die fertigen Kunstwerke dann rund um die Bar an Zäunen und Wänden angebracht. Über die Jahre ist so schon eine große Galerie voller „Namens-Planken“ zustande gekommen, was wirklich hübsch anzuschauen ist. Den ein oder anderen prominenten Bootsnamen findet man hier wieder – nun eben auch „Holly Golightly“!

ein Bild von Holly Golightly
Paradise Beach Club
ein Bild von Holly Golightly
Paradise Beach Club

Die "BARdichte" auf Carriacou ähnelt der Kneipendichte der Kölner Altstadt:

ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
ein Bild von Holly Golightly
Alle Einträge →